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Lebenslange Haft für Gino F. — Landgericht Augsburg verurteilt 30-Jährigen wegen Auftragsmordes an Nina H.
Höchststrafe und besondere Schwere der Schuld
Das Landgericht Augsburg hat am Dienstagmorgen im Mordfall Nina H. sein Urteil verkündet: Der 30-jährige Angeklagte Gino F. muss lebenslang ins Gefängnis. Zusätzlich zur Höchststrafe stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest — das bedeutet, dass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren, wie sie das Gesetz grundsätzlich vorsieht, für Gino F. nicht in Betracht kommt.
Vier Kopfschüsse im Auftrag des Ex-Partners
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Gino F. die 30-jährige dreifache Mutter Nina H. in ihrer Wohnung im Augsburger Stadtteil Haunstetten mit vier Kopfschüssen tötete. Laut Anklage handelte er im Auftrag seines Ziehvaters, des 43-jährigen Ex-Partners des Opfers. Dieser soll die Tat in Auftrag gegeben, Gino F. eine Waffe beschafft und ihm 1.000 Euro als Bezahlung übergeben haben. Hintergrund soll die Trennung sein: Nina H. hatte sich einige Wochen vor ihrer Ermordung von dem Mann getrennt und eine Versöhnung abgelehnt.
Kinder mussten die Tat miterleben
Zwei der drei kleinen Kinder von Nina H. befanden sich zum Zeitpunkt der Tat in der Wohnung und mussten das Verbrechen miterleben. Die damals achtjährige Tochter fand ihre blutüberströmte Mutter und verständigte über eine Verwandte die Polizei. Die neunjährige Tochter musste später auch als Zeugin vor Gericht aussagen.
Dramatische Wendungen im Prozess — Urteil noch nicht rechtskräftig
Der Prozessverlauf war von dramatischen Wendungen geprägt: Gino F. beschuldigte seinen Ziehvater zunächst vor Gericht als den eigentlichen Schützen — zog diese Aussage jedoch kurz vor Ende des Verfahrens wieder zurück. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch und sah im Ziehvater selbst den Täter, der Nina H. aus Eifersucht getötet habe. Der Ex-Partner war am 5. Mai 2026 als weiterer Verdächtiger festgenommen worden; die Staatsanwaltschaft beantragte einen Haftbefehl wegen Verdachts der Anstiftung zum Mord. Das Urteil gegen Gino F. ist noch nicht rechtskräftig.
Proteste vor dem Gericht — Aktivisten fordern härtere Strafen bei Femiziden
Das Verbrechen hat viele Menschen in Augsburg tief erschüttert. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Aktivistinnen und Aktivisten und forderten schärfere Strafen bei Femiziden — also Tötungsdelikten an Frauen, die aus Geschlechterhass oder wegen einer Trennungssituation begangen werden.
Quellen: Augsburger Allgemeine · Radio Augsburg · infranken.de
