Präventionswende 2026: Höhere Abgaben auf „Sündenregister“ gefordert
Am heutigen Dienstag verstärken Medizinerverbände und Krankenkassen ihren Druck auf die Bundesregierung, den Konsum von Tabak, Alkohol und Zucker durch gezielte Steuererhöhungen drastisch einzuschränken. Hintergrund ist ein aktueller Bericht der Finanz-Kommission Gesundheit (FKG), der eine Finanzierungslücke im Gesundheitswesen prognostiziert, die ohne neue Einnahmequellen kaum zu schließen sei.
1. Tabak: Weitere Stufe der Erhöhung gezündet
Seit dem 1. Januar 2026 greifen bereits die neuen Steuertarife des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes. Für eine Packung Zigaretten fallen nun 12,28 Cent Steuer pro Stück sowie ein prozentualer Anteil des Verkaufspreises an. Besonders im Fokus stehen heute E-Zigaretten und Liquids, deren Besteuerung auf 0,32 € pro Milliliter gestiegen ist. Experten von n-tv berichten, dass diese Maßnahmen bereits zu einem Rückgang des Konsums bei Jugendlichen um etwa 13 % geführt haben.
2. Alkohol: Ende der „Billig-Kultur“ gefordert
Fachpolitiker von SPD und CDU fordern laut Berichten von WELT und Deutschlandfunk eine Anpassung der Alkoholsteuer. Deutschland gilt im europaweiten Vergleich weiterhin als „Billigparadies“ für Alkoholika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte in einem heute veröffentlichten Bericht an, dass insbesondere die Biersteuer – die in Deutschland nach dem Stammwürzegehalt berechnet wird – seit Jahrzehnten nicht substanziell erhöht wurde. Erste Entwürfe sehen eine Kopplung der Steuer an den reinen Alkoholgehalt vor, was vor allem Mischgetränke und billige Spirituosen verteuern würde.
3. Zuckersteuer: Bundesrat am Zug
Die größte Neuerung bahnt sich beim Zucker an. Nach dem Vorbild Großbritanniens hat Schleswig-Holstein im Bundesrat einen Antrag zur Einführung einer zweistufigen Abgabe auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke eingebracht. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) bezeichnete die Steuer heute als „zentralen Baustein wirksamer Prävention“ gegen Adipositas und Diabetes. Während Erfrischungsgetränkehersteller vor „Verbotspolitik“ warnen, signalisieren erste Ampel-Politiker Zustimmung, sofern die Einnahmen direkt in die Senkung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse fließen.
Übersicht der Forderungen/Status:
| Produkt | Aktueller Status (07.04.2026) | Forderung/Ziel |
|---|---|---|
| Zigaretten | Steuererhöhung seit 01.01.2026 aktiv | Finanzierung der GKV-Zusatzbeiträge |
| Alkohol | Niedrigste Steuersätze in der EU | Verbot des „begleiteten Trinkens“ & höhere Sätze |
| Zucker | Bisher keine Steuer in DE | Einführung einer Abgabe ab 5g Zucker/100ml |
